Hullblog

(Kingston upon) Hull

In der Innenstadt gibt es einige uralte und urige Pubs, z.B das legendäre Ye Olde White Harte http://www.eyorks.com/hullpub/whithart.html . Auch die Altstadt und der Hafen sind interessant. Wer mehr am Modernen interessiert ist, für den sind vielleicht die neuen Shopping-Center was, z.B. das riesige St. Stephens, das erst vor wenigen Wochen eröffnet hat, ein schöner, wellenförmiger Glasbau mit Kleidungsgeschäften, frei schwebendem Starbucks und einem gigantischen 24h Supermarkt (DVDs, Kleidung, Essen, Heimwerkerkram, Einrichtungen, alles).

Die Uni

Zeit für ein bisschen trockene Info:

Die Uni Hull wurde 1928 gegründet und hat heute ca. 16.000 Studenten, 2.300 Beschäftigte, bietet ca. 900 Kurse und Studiengänge an und erwirtschaftet ein Jahreseinkommen von umgerechnet 150.000.000 Euro (den Großteil davon sicher durch die Verschleppung chinesischer Studenten). Auch was die Reputation angeht, gibt sie sich große Mühe, wo man doch gegen den Ruf der Stadt Hull ankämpfen muss. Nur die englische Bescheidenheit sucht man hier vergebens.

Wer mehr wissen will: http://hull.ac.uk

Nachtrag: Der Flug

3:30 Der Wecker klingelt. Eine Stunde Schlaf, ich dusche im Dunkeln.

5:13 Andy startet den Motor. Was jetzt nicht im Auto ist, werde ich für einige Wochen nicht sehen.

5:56 Ankunft am Check-in. Wir stellen uns in die Schlange, warten, sind verkehrt, werden zusammen mit den Studenten vor uns (man sieht es einfach) zwei Mal genervt an einen anderen Schalter verwiesen. Die Tasche wiegt 20,5 kg, der Mann am Check-in lächelt und fragt, wo ich sitzen möchte.

7:04 Abschied von Andy. Keine Tränen, nur ein flaues Gefühl im Magen. Alles scheint irreal.

Culture-Shock, oder: Snails in the living-room

Über den Zustand mancher Häuser war ich ja schon vorgewarnt, womit ich aber nicht gerechnet habe, war eine Schneckenplage im Wohnzimmer. Der Fußboden in meinem Haus ist so verrottet, dass die kleinen Viecher von draußen hereinkriechen können und dann elendig auf dem Teppich vertrocknen. Der Boden ist zwar feucht, als Lebensraum für Schnecken eignet er sich aber offenbar (noch) nicht. Meine Mitbewohnerin hat versucht, die schlimmsten Löcher mit Küchenrolle zu stopfen, während ich gestern das letzte lebende Exemplar nach draußen gebracht habe. Die Schleimspuren sieht man allerdings noch immer.

Ich lebe noch!

Bis auf meine Unterkunft (Schnecken, Schimmel, brummender Sicherungskasten, kaputte Heizung, unabgeschirmtes Telefon, fehlendes Internet, nicht trinkbares Leitungswasser) gefällt es mir hier recht gut. Außer mir sind dieses Semester noch ca. 599 andere ausländische Studenten neu dazu gekommen. Ich schätze, dass davon ca. 200 Chinesen sind, 50 Deutsche und etwa genau so viele Amerikaner. Es gibt Leute aus Ghana, Nigeria, Zypern, von den Malediven und aus vielen anderen Staaten. Die vereinzelten Engländer, die ich bisher gesehen habe, sind alle sehr sehr nett und hilfsbereit.

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