Jeder kennt Klischees, die Amerikaner - wir picken jetzt mal eins der netteren heraus, nicht das mit dumm und dick - sind lebhaft und gesellig, die Briten höflich und humorvoll oder besoffen, die Chinesen sind chinesisch,…
Aber nicht viele Menschen haben die Chance, ein neues Klischee zu generieren. Ich gehöre zu den Privilegierten. Wann immer ich in der Küche bin, stehe ich unter A’s Beobachtung:
“Do all Germans like sausages?”, “Do all Germans drink so much milk?”
Das Minster von York ist wirklich eindrucksvoll und sehenswert. Vielleicht fahre ich noch mal hin, nur um mich ein paar Stunden vor die Orgel zu setzen und um bessere Fotos zu machen.
In der Innenstadt gibt es einige uralte und urige Pubs, z.B das legendäre Ye Olde White Harte http://www.eyorks.com/hullpub/whithart.html . Auch die Altstadt und der Hafen sind interessant. Wer mehr am Modernen interessiert ist, für den sind vielleicht die neuen Shopping-Center was, z.B. das riesige St. Stephens, das erst vor wenigen Wochen eröffnet hat, ein schöner, wellenförmiger Glasbau mit Kleidungsgeschäften, frei schwebendem Starbucks und einem gigantischen 24h Supermarkt (DVDs, Kleidung, Essen, Heimwerkerkram, Einrichtungen, alles).
Zeit für ein bisschen trockene Info:
Die Uni Hull wurde 1928 gegründet und hat heute ca. 16.000 Studenten, 2.300 Beschäftigte, bietet ca. 900 Kurse und Studiengänge an und erwirtschaftet ein Jahreseinkommen von umgerechnet 150.000.000 Euro (den Großteil davon sicher durch die Verschleppung chinesischer Studenten). Auch was die Reputation angeht, gibt sie sich große Mühe, wo man doch gegen den Ruf der Stadt Hull ankämpfen muss. Nur die englische Bescheidenheit sucht man hier vergebens.
Wer mehr wissen will: http://hull.ac.uk
3:30 Der Wecker klingelt. Eine Stunde Schlaf, ich dusche im Dunkeln.
5:13 Andy startet den Motor. Was jetzt nicht im Auto ist, werde ich für einige Wochen nicht sehen.
5:56 Ankunft am Check-in. Wir stellen uns in die Schlange, warten, sind verkehrt, werden zusammen mit den Studenten vor uns (man sieht es einfach) zwei Mal genervt an einen anderen Schalter verwiesen. Die Tasche wiegt 20,5 kg, der Mann am Check-in lächelt und fragt, wo ich sitzen möchte.
7:04 Abschied von Andy. Keine Tränen, nur ein flaues Gefühl im Magen. Alles scheint irreal.